Das Futter

Regeln und Tipps zum Herstellen von Angelfutter

Das wohl am häufigsten diskutierte Thema beim Angeln ist das “richtige Angelfutter”.

Fast jeder Angler hält irgendwo gut behütet ein Patentrezept parat, andere schieben etwaige Misserfolge auf ihr Futter zurück. Fest steht, dass das Futter zwar einen erheblichen Teil zum Erfolg mit beiträgt, aber auch nicht überbewertet werden darf. Ein gutes Futter ist nur so gut wie der Angler es vermag umzusetzen, d. h. oft werden bereits im Vorfeld falsche Entscheidungen getroffen oder Fehler gemacht, dass selbst ein wirklich gutes Futter seine Wirkung scheinbar verfehlt.

Wer seine Angeltechnik gut beherrscht, wird in der Regel mit einem gutem Allroundfutter zurechtkommen. Der Markt bietet hier gute Lösungen an, die allerdings meiner Meinung nach zu teuer sind. Außerdem ist man gegen Qualitätsschwanken nicht gefeit. Ich hatte bereits mehrfach das Problem, das einmal ein gutes Futter gefunden war, und sich dieses im laufe der Zeit in der Zusammensetzung veränderte (meist zum Nachteil).

Ein erfahrener Angler mischt daher sein Futter selbst. Wichtig hierbei ist, auf Grundsubstanzen und Aromen zurückzugreifen, die es schon lange auf dem Markt gibt und auch notfalls gegen ein Produkt eines anderen Herstellers ausgetauscht werden können.

Das Wichtigste am Futter ist seine Konsistenz. Die Geschmacks- und Duftrichtung des Futters wird meistens mehr oder weniger glücklich gewählt, d. h. man wird zwar auf Aromen zurückgreifen, mit denen man bereits gute Erfahrungen gemacht hat, jedoch das weiß ein jeder, können gerade diese am entsprechenden Tag wirkungslos, zu hoch dosiert oder was auch immer sein.

Die Konsistenz eines Futters muss hingegen immer stimmen. Unabhängig vom Einsatzort (Fließ- oder Stillwasser) muss gewährleistet sein, daß das Futter auch tatsächlich dort zu liegen kommt. Negative Beispiele gibt es genug, z. B. im Fließwasser wo zu leichtes Futter von der Strömung weggetrieben wird oder zu klebriges Futter im Stillwasser, welches noch 5 Stunden noch immer unverändert am Grund liegt.

Das Futter im Fließwasser sollte in der Regel so beschaffen sein, dass es erst am Gewässergrund beginnt sich aufzulösen. Es dürfen auf gar keinen Fall unauflösliche Futterbälle produziert werden. Damit ist man zwar sehr sparsam, weil ein einziger Futterklos das ganze Angeln über hält, aber die Lockwirkung ist auf Dauer gleich null.

Um die richtige Konsistenz hinzu bekommen, sollte man vorher einige Versuche unternehmen z. B. in einem klaren Bach testen oder auf Rezepte von Kollegen zurückgreifen.

Die Konsistenz kann durch die Wassermenge gesteuert werden. Indirekt können auch Maden oder Kies dazu beitragen, dass sich das Futter schneller auflöst - auch dies sollte daher vorher berücksichtigt werden.

Die Grundsubstanzen des Futters sollten bereits einige Tage vor dem Angeln mit dem Futter trocken vermischt und anschließend luftdicht verschlossen werden.

Hier einige Beispiele für das Verhalten von Basismehlen:

 

(Waffel-) Biskuit

(Schoko-) Biskuit

Paniermehl

Zwieback

Maismehl

Melasse

Nussmehle

 

süßer Geschmack, stark klebend

süßer Geschmack, mittelstark klebend

neutral

leicht süßer Geschmack, leicht trennend

leicht süßer Geschmack, stark trennend, sehr eigenschwer

süßer Geschmack, klebend

leicht süßer Geschmack, leichtes Mehl, meist trennend

 

 

Aromen:  

Futter Stillwasser (auf 3 Liter):  

Schokobiskuit

Paniermehl

Zwieback

Hanf gröstet

1 Esslöffell           

1 Teelöffel

10 Tropfen        

C. M. Vanille-Aroma

C. M. Super Süsse

Zimt flüssig

Nussmehle und Melasse nur bis ca. 10 - 15 % verwenden.

Die Färbung des Futters wählt man je nach Gewässer und Untergrund, wobei die Färbung immer mit natürlichen Mitteln erreicht werden soll. Zum Abtönen eignen sich dunkle Mehle. Bei Gewässern, die flach und klar sind und womöglich noch einen dunklen Untergrund haben, kann es tötlich sein, ein zu helles Futter zu verwenden, da der Fisch auf dem hellen Untergrund seine Tarnung verlieren würde.

Bei Gewässern, die tiefer als 3m sind, kann das Futter eher heller gehalten werden, da es in der lichtschwachen Region durchaus einen optischen Reitzeffekt erzielen kann.

Da das Futter immer locker und ohne Klumpen sein soll, ist es wichtig das Futter im nassen Zustand zu sieben (Maschenweite bis max. 5 mm). Bei leichtem Futter kann der gleiche Zustand meist mit einem Küchenmixer erreicht werden.

Sehr wichtig ist, das Futter vor dem Einsatz mehrmals zu befeuchten.

Ein Futter soll die Fische locken aber auf gar keinen Fall sättigen. Mehr bedeutet nicht unbedingt besser fangen, d. h. es ist nicht immer die Futtermenge entscheidend. Im Gegensatz zum Stillwasser ist ein Überfüttern im Fließwasser weniger zu befürchten.

In der Regel kommt man mit 4-5 Liter Trockenfutter für 3-4 Stunden Angelzeit aus (Fließwasser Main). Im Stillwasser reichen für den gleichen Zeitraum mitunter 1 Liter Trockenfutter völlig.

Nicht minder von Bedeutung ist das Platzieren des Futters. Nicht umsonst ist das Angeln mit der Feederrute so erfolgreich, da diese durch die Futterkorbtechnik immer in Futternähe platziert ist. Im Fließwasser füttert man je nach Strömung und Konsistenz des Futters immer etwas oberhalb und etwas zu Ufer hin versetzt. Im Stillwasser empfiehlt es sich für weite Distanzen auf eine einstellbare Futterschleuder zurückzugreifen.

Wie bereits erwähnt kann der richtige Aromazusatz mehr oder weniger gut gewählt werden. Dieses hängt von mehreren Faktoren z. b. der äußeren Witterung, usw. ab. Der erfahrene Angler wählt deshalb einen Aromastoff mit dem er bereits gute Erfahrungen gemacht hat, unabhängig davon, ob dieses Aroma auch wirklich das beste Aroma ist.

Es gibt jedoch einige Regeln bei der Verwendung von Aromen. Allgemein verwendet man für Brassen, Güster, Karpfen eher die süßlicheren Geschmacksrichtungen wie Vanille, Karamell, div. Fruchtsorten. Für Rotaugen sind meist herbere Duftstoffe erfolgreicher. Hierzu zählen diverse Gewürze wie Koriander, Fenchel, Anis, etc.. Im Sommer gilt die obigen Aromen vom Geschmack eher süßlich zu halten, im Winter und Frühjahr eher salzig und dies unabhängig von der zu beangelnden Fischart.

Die Menge der im Futter zugesetzten Aromastoffen richtet sich nach der Jahreszeit. In der kalten Jahreszeit darf ruhig etwas mehr gewürzt werden, da der Geschmacks- und Geruchssinn im Winter bei den Fischen naturgemäß reduziert ist. Lediglich in den Anfangsminuten oder bei nachlassender Beisphase darf etwas nachgewürzt werden. Aber Vorsicht dieses sollte auf ein- oder zwei Futterbälle beschränkt werden, damit das restliche Futter keine Überkonzentration erhält, die eventuell das gegenteilige, nämlich eine Abschreckung erzielen. Auch hier gilt die Regel “Mehr ist nicht immer besser”.

 

Futter Fließwasser (auf 5 Liter):  

 

Schokobiskuit

Paniermehl

Zwieback

Maismehl

PV-1 Melasse

Soja-Mehl

30 %

20 %

15 %

15 %

10 %

10 %

Aromen: 

 

C. M. Vanille-Aroma

C. M. Karamel-Aroma

C. M. Super Süsse

1 Esslöffel           

1 Esslöffel           

1 Teelöffel         

 

 

30 %

30 %

35 %

  5 %

Futter

Stand: Januar 2005

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